Prämien & Kosten

Franchise 300 oder 2’500? Rechne es durch.

Prämie, Selbstbehalt und Reserve: So vergleichst du die tatsächlichen Jahreskosten.

Kurz gesagt

Mit einer hohen Franchise zahlst du weniger Prämie, musst aber bei Behandlungen mehr selbst übernehmen. Vergleiche deine Jahresprämie und deinen Anteil an den Behandlungskosten. Überlege auch, welche unerwarteten Rechnungen du bezahlen könntest. In unserem Beispiel ist Franchise 2’500 bis etwa CHF 1’967 Behandlungskosten günstiger. Diese Grenze gilt nur für die hier verwendeten Prämien.

CHF 300 oder CHF 2’500: Auf dem Angebot sieht die hohe Franchise oft günstiger aus. Die tiefere Monatsprämie ist aber nur ein Teil der Rechnung. Wir gehen die Kosten Schritt für Schritt durch.

Franchise: Den ersten Teil zahlst du selbst

Die Franchise ist der Betrag, den du pro Kalenderjahr zuerst selbst bezahlst, bevor sich die Grundversicherung an weiteren Behandlungskosten beteiligt. Die Franchise gilt für versicherte Behandlungen, bei denen du einen Teil der Kosten selbst bezahlen musst.

Wählst du CHF 300, bezahlst du diese ersten CHF 300 selbst. Bei CHF 2’500 sind es die ersten CHF 2’500. Dafür ist deine regelmässige Versicherungsprämie tiefer.

Für Erwachsene gibt es sechs Stufen: CHF 300, 500, 1’000, 1’500, 2’000 und 2’500. Nicht jede Kasse bietet alle höheren Stufen an. Die Franchise bleibt bestehen, bis du sie änderst; du musst sie nicht jedes Jahr neu wählen.

Entscheidend ist, in welchem Jahr die Behandlung stattfindet. Eine Behandlung im Dezember gehört also zum alten Jahr, auch wenn die Rechnung erst im Januar kommt.

Ausnahmen gibt es unter anderem bei Mutterschaft: Für besondere Mutterschaftsleistungen fällt keine Kostenbeteiligung an. Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt entfällt die Kostenbeteiligung auch bei allgemeinen Behandlungen wegen Krankheit.

Selbstbehalt: Danach zahlst du meist 10 Prozent

Ist deine Franchise aufgebraucht, zahlt die Kasse im regulären Fall 90 Prozent der weiteren versicherten Kosten. Die übrigen 10 Prozent zahlst du. Dieser Anteil heisst Selbstbehalt.

Bei Erwachsenen beträgt der reguläre Selbstbehalt höchstens CHF 700 pro Kalenderjahr, bei Kindern CHF 350. Für Erwachsene ergeben sich damit diese Beträge:

Deine FranchiseRegulärer Selbstbehalt, höchstensZusammen, höchstens
CHF 300CHF 700CHF 1’000
CHF 2’500CHF 700CHF 3’200

Das ist keine Obergrenze für alle deine Gesundheitsausgaben. Deine Prämien kommen dazu. Ebenso können Spitalbeiträge, nicht versicherte Behandlungen und besondere Kostenregeln dazukommen:

  • Bestimmte Medikamente: Hier beträgt der Selbstbehalt 40 Prozent. Dieser erhöhte Selbstbehalt wird nur teilweise an die Grenze von CHF 700 für Erwachsene beziehungsweise CHF 350 für Kinder angerechnet. Deshalb kann die tatsächlich bezahlte Summe über CHF 700 beziehungsweise CHF 350 liegen.
  • Spitalaufenthalt: Der Beitrag beträgt CHF 15 pro Tag. Kinder, junge Erwachsene bis 25 Jahre in Ausbildung und Frauen bei Mutterschaftsleistungen sind davon befreit.
  • Modellregeln: Wenn du etwa eine vorgeschriebene erste Anlaufstelle übergehst, können je nach Modell weitere Kosten bei dir bleiben.

Zwei Angebote im Vergleich

Rechenbeispiel: Wir vergleichen zwei Franchisen für eine erwachsene Person mit Beispielprämien. Die Rechnung umfasst versicherte Behandlungen mit dem üblichen Selbstbehalt. Zusätzliche Spitalbeiträge und Sonderfälle sind nicht enthalten.

Franchise 300Franchise 2’500
Prämie pro MonatCHF 340CHF 215
Prämie pro JahrCHF 4’080CHF 2’580
Jährliche PrämienersparnisNicht zutreffendCHF 1’500

Ohne Behandlungskosten ist die hohe Franchise in diesem Beispiel CHF 1’500 günstiger. Bis CHF 300 Behandlungskosten bezahlst du bei beiden Varianten die Rechnungen selbst. Erst darüber trägst du mit der hohen Franchise mehr Behandlungskosten. Je mehr Behandlungskosten du hast, desto kleiner wird der Vorteil der tieferen Prämie.

Bei rund CHF 1’967 Behandlungskosten sind beide Varianten gleich teuer. Darunter ist hier Franchise 2’500 günstiger, darüber Franchise 300. Die Grenze hängt von deinen Prämien ab. Im aumi-Vergleich findest du Tarife für deine Angaben, mit denen du die Rechnung anpassen kannst.

Was passiert bei CHF 4’000 Behandlungskosten?

Nehmen wir an, im selben Beispiel kommen in einem Jahr CHF 4’000 für versicherte Behandlungen zusammen. So setzt sich deine Rechnung zusammen:

Was du bezahlstFranchise 300Franchise 2’500
Zuerst deine FranchiseCHF 300CHF 2’500
Danach 10 % vom RestCHF 370 von CHF 3’700CHF 150 von CHF 1’500
Dein Anteil an den BehandlungenCHF 670CHF 2’650
Dazu die JahresprämieCHF 4’080CHF 2’580
Deine gesamten Jahreskosten im BeispielCHF 4’750CHF 5’230

In diesem Jahr zahlst du mit Franchise 300 insgesamt CHF 480 weniger. Die tiefere Monatsprämie der hohen Franchise gleicht den höheren Anteil an den Behandlungen nicht mehr aus.

Bei Behandlungskosten ab CHF 9’500: Erst dann zahlst du bei beiden Varianten die volle Franchise und den maximalen regulären Selbstbehalt von CHF 700. Die Jahreskosten betragen CHF 5’080 mit Franchise 300 und CHF 5’780 mit Franchise 2’500. Der Unterschied ist dann CHF 700. Bei den CHF 4’000 aus der Tabelle bleibt es dagegen bei CHF 480.

So rechnest du mit deinen eigenen Prämien

  1. Monatsprämie mal zwölf. Das ist der Betrag, den du unabhängig von Arztbesuchen zahlst.
  2. Deinen Anteil an Behandlungen dazurechnen. Zuerst bezahlst du bis zur gewählten Franchise selbst. Danach zahlst du normalerweise 10 Prozent selbst. Für Erwachsene beträgt dieser Selbstbehalt höchstens CHF 700 pro Jahr.
  3. Weitere Kosten separat einplanen. Zum Beispiel Spitalbeiträge oder Behandlungen, die nicht versichert sind. Beachte auch die oben beschriebenen Sonderregeln.
  4. Mehrere mögliche Jahre vergleichen. Rechne einmal mit wenigen Behandlungskosten und einmal mit höheren. So siehst du, was du dir auch bei unerwarteten Rechnungen leisten kannst.

Die Stufen dazwischen lohnen sich in der Regel nicht: Fast immer ist CHF 300 oder CHF 2’500 günstiger. Darum schlägt dir aumi eine dieser beiden Franchisen vor.

Welche Reserve brauchst du?

Bei Franchise 2’500 solltest du die CHF 3’200 für Franchise und regulären Selbstbehalt tragen können, zusätzlich zu deinen Prämien. Weitere Ausgaben können dazukommen, wie oben beschrieben.

Überlege dir deshalb: Könntest du diesen Betrag bezahlen, wenn in einem Jahr mehrere Behandlungen nötig werden? Eine tiefere Monatsprämie hilft wenig, wenn dich die erste grössere Rechnung finanziell überfordert.

Eine tiefe Franchise senkt deinen Anteil bei Behandlungen. Eine hohe kann bei wenigen Behandlungskosten günstiger sein.

Wann kannst du die Franchise ändern?

Eine Änderung ist grundsätzlich auf den 1. Januar möglich. Für 2027 gelten diese Termine:

Was du möchtestBis wann die schriftliche Mitteilung bei der Kasse sein muss
Eine tiefere Franchise30. November 2026
Eine höhere Franchise31. Dezember 2026; das BAG empfiehlt die Meldung spätestens Mitte Dezember

Du kannst die Franchise also nicht mitten im Jahr senken, weil eine Behandlung ansteht.

Wenn du die Kasse während des Jahres wechseln darfst, werden bereits bezahlte Franchise und Selbstbehalte angerechnet. Lass dir diese Beträge von deiner bisherigen Kasse bestätigen. Erst am 1. Januar beginnt die Rechnung für ein neues Kalenderjahr.

Häufige Fragen

Was ist besser: Franchise 2’500 oder 300? Vergleiche Jahresprämie und deinen Anteil an den Behandlungen zusammen. Mit den Prämien in unserem Beispiel sind beide bei rund CHF 1’967 Behandlungskosten gleich teuer. Für deinen Vergleich verwendest du deine eigenen Prämien. Entscheidend ist auch, welchen Betrag du im Krankheitsfall bezahlen könntest.

Welche Franchise lohnt sich für junge Erwachsene? Das Alter allein entscheidet es nicht. Schau auf deine tatsächlichen Prämien, erwartete Behandlungen und Rücklagen. Die hohe Franchise verlangt mehr Geld auf der Seite, auch wenn du bisher selten krank warst.

Bekomme ich mit einer höheren Franchise bessere Leistungen? Nein. Der gesetzliche Leistungsumfang der Grundversicherung bleibt gleich. Es ändert sich, welchen Anteil du selbst bezahlst.

Wie hoch ist der Selbstbehalt? Regulär zahlst du nach der Franchise 10 Prozent der weiteren versicherten Kosten, höchstens CHF 700 pro Jahr als erwachsene Person. Bei Kindern sind es CHF 350. Bestimmte Medikamente haben einen erhöhten Selbstbehalt, der nur teilweise an diese Grenze angerechnet wird. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn du im Spital bist, die Modellregeln nicht einhältst oder eine Behandlung nicht versichert ist.

Kann ich die Franchise jederzeit ändern? Nein, grundsätzlich nur auf den 1. Januar. Für eine Senkung auf 2027 muss die schriftliche Mitteilung bis 30. November 2026 bei der Kasse sein, für eine Erhöhung bis 31. Dezember 2026. Melde die Erhöhung am besten schon bis Mitte Dezember.

Lohnt sich eine mittlere Franchise? In der Regel nicht. Fast immer ist CHF 300 oder CHF 2’500 günstiger. Welche der beiden passt, hängt von deinen Behandlungskosten und deiner Reserve ab.

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Quellen & Stand

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